ETHNOLOGIE

Die Ethnologie hat mich im Verstehen der "seltsamen Selbstverständlichkeiten" rund ums Putzen unterstützt, meine Dissertation in Europäischer Ethnologie am Basler Institut schliesst den Kreis zur Ethnologie. Gegenstand meiner Beobachtungen ist das postmoderne Raumpflegeverhalten meiner eigenen Gesellschaft, mein Arbeiten und Beobachten wurde zu einer Art "Innenraumforschung".

Eins der Phänomene ist das "Unsichtbarwerden", wenn ich als Putzfrau arbeiten gehe. Das ist sowohl ethnologisch interessant wie auch in Kriminalromanen freudig aufgegriffen: Die Putzfrau - selber unsichtbar, weil niemand ihre Anwesenheit beachtet - wird zur wichtigen Zeugin. Beim Putzen erschliessen sich spannende, problematische, aber auch witzige Zusammenhänge, von denen meine Texte handeln.

Dem Thema Raumpflege vorausgegangen war während des Studiums eine Auseinandersetzung mit dem Thema Menstruation und meine Diplomarbeit zur "Menstruation der Dogon" (1980).

Von der Menstruation, die auch "monatliche Reinigung" genannt wird, wird auch immer wieder in Zusammenhang mit Verschmutzung - rein und unrein - geredet. Menstruation und Raumpflege haben mehr Bezüge als auf den ersten Blick erkennbar ist. Das Phänomen der weiblichen Regel beschäftigte das Denken aller Völker und gab ihnen Rätsel auf. Über den ganz gewöhnlichen Mentruations-Alltag gab es in den 70erJahren noch kaum ethnologische Quellen. Das Hauptinteresse der Ethnologie galt lange vor allem den Riten und Mythen. Der Alltag schien zu langweilig zu sein. Unterdessen füllten vor allem Ethnologinnen diese Wissenslücke.

Neben Ethnologie studierte ich Englische Literaturwissenschaft und Linguistik. Die Raumpflege in der Literatur hat mich als weiteres Spezialgebiet während meiner Arbeit interessiert. Aus der Zeit gibt es noch die unveröffentlichte Übersetzung eines afrikanischen Romans.